Stellungnahme zum Ratsbeschluss

Ende 2021 hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss in Marl einen Antrag beschlossen, wonach ein Kinder- und Jugendparlament in Marl errichtet werden soll. Im Vorfeld dieses Antrags wurden weder Jugendliche noch Jugendarbeiter darüber informiert, sondern es war nur im Rats- und Bürgerinformationssystem einsehbar, was für einen Antrag auch verpflichtet ist. Die Begründung und der eigentliche Inhalt des Antrages waren darüber hinaus auch erst einige Tage vor der Ausschusssitzung einsehbar. Aus unserer Sicht wurden hier bewusst Jugendliche und Jugendarbeiter nicht mit einbezogen. Aus unserer Sicht ist es auch klar warum: Dieser Antrag und mittlerweile Beschluss wirkt der Jugendbeteiligung entgegen.

Auf dem ersten Blick wirkt es gut, dass ein Parlament entstehen soll, wodurch Jugendliche in der Stadt vertreten werden, jedoch gibt es hier einige Problempunkte. Der erste Problempunkt ist, ist das es Ende 2019 einen Beschluss gab in dem drin stand, das Jugendliche sich ihre Beteiligungsform selbst aussuchen sollen und deswegen mit dem damals noch unbesetzten Posten der Jugendbeauftragten zusammenarbeiten können. Durch den jetzigen Beschluss wird aber dieses Versprechen zu Nichte gemacht: Es ist nicht mehr in der Hand der Jugendlichen, ob ein Parlament oder eine offene Form oder etwas anderes entsteht, sondern das ist nun bereits durch die Stadt bestimmt worden.

Ein weiterer Problempunkt ist, dass in der Begründung dieses Beschlusses die bisherige Jugendbeteiligung des Forums und Aller, die sich hier beteiligt haben, schlecht geredet wird. In dem Antrag ist davon die Rede, dass man die Jugendbeteiligung nicht mehr ,,vom guten Willen Einzelner“ abhängig machen will und ,,dass Möglichkeiten der Kinder-und Jugendbeteiligung in Marl nicht ausschließlich dem Zufall überlassen bleiben“. Die Begründung des Antrages zeigt deutlich wie die bisherige Arbeit im Forum nicht wertgeschätzt wurde und wie wenig Vertrauen die Politik in eine selbst organisierte Jugendbeteiligung hat. Man traut den Jugendlichen nicht zu, selbst aussuchen zu können was am besten passt und selbst zu arbeiten.

Der letzte Problempunkt ist, dass durch diesen Beschluss die Arbeit im Forum deutlich erschwert wird und die bisherige Jugendbeteiligung ins Rütteln gerät. Durch diesen Beschluss ist nicht mehr gewiss, ob es die offene Beteiligungsform Das Forum auch noch in etwas weiterer Zukunft geben kann. Dinge wie, Werbung an Schulen zu machen oder besondere Veranstaltungen zu organisieren ergeben keinen Sinn mehr, da nicht klar ist, ob einerseits das Forum besteht und andererseits, ob es überhaupt noch eine offene Beteiligung geben kann. Wenn man jetzt also weitere Jugendliche im großen Rahmen mobilisiert, dann erweckt man Erwartungen, dass Jeder sich beteiligen kann und dass die bisherige Form auch noch weiter getragen wird.

Um das klar zu stellen: Wir sind als Forum nicht grundsätzlich gegen ein Kinder- und Jugendparlament. Einige von uns wollen sogar, dass es sich in eins entwickelt, aber wir sind uns einig, dass Jugendliche mit einbezogen werden müssen. Jugendliche müssen selbst entscheiden, welche Beteiligungsform sie haben wollen. Die Art wie dieser Beschluss zustande kam und damit dieser Beschluss als ganzes, war keine Jugendbeteiligung.

Wir stellen uns als Forum und als Zusammenschluss vieler Jugendlichen in Marl gegen diesen Beschluss.

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